Sparschwein-Besitzer haben am Weltspartag nichts zu lachen

Sparschwein-Besitzer haben am Weltspartag nichts zu lachen

AfD kritisiert Zins-Diktat der EZB und fordert Rückkehr zu einer bürgerfreundlichen soliden Geldpolitik

MÜNCHEN. Zum Weltspartag am Freitag, den 28. Oktober gibt es für Sparschwein-Besitzer nichts zu lachen. Viele Kinder bringen traditionell an diesem Tag ihr Erspartes zur Bank. Diesen Weg können sie sich heute sparen, bedauerte Peter Felser, Sprecher des bayerischen Mittelstandsforums e.V. Er forderte daher die unverzügliche Rückkehr zu einer bürgerfreundlichen soliden und nachhaltigen Geld- und Fiskalpolitik.

Die Zinsen betragen derzeit praktisch null Prozent. Aber es könnte noch schlimmer kommen: Für Guthaben drohen Strafzinsen und dem Bargeld droht die Abschaffung, sagte Felser. So habe zum Beispiel die Sparkasse Allgäu angekündigt ab 2017 für Geschäftskunden mit Einlagen ab 250.000 Euro ein „Verwahrentgelt“ zu berechnen – also im Klartext einen Strafzins, stellte Felser fest.

Sparen sei für Deutsche über Jahrzehnte „ein Volkssport“ gewesen. Jedoch nur bis zur Banken- und Finanzkrise, die dann übergegangen sei in eine EU- und Eurokrise. Felser fordert den uneingeschränkten Erhalt des Bargelds. Die AfD stemme sich als einzige Partei gegen dessen Abschaffung und halte die offizielle Begründung der Kriminalitätsbekämpfung für ein vorgeschobenes Pseudoargument.  Auch öffnet für Felser eine Bargeldabschaffung „die Tür zur totalen Kontrolle des Bürgers und zur Einschränkung seiner  Freiheit“. Das werde es mit der AfD nicht geben.

Die von der EZB angekündigte Abschaffung des 500 Euro-Scheins sei der erste Schritt gegen das Bargeld gewesen. Denn ohne Bargeld sei den Zentralbanken eines Tages eine uneingeschränkte Negativzinspolitik möglich. Das bedeute nichts anderes als die indirekte Enteignung der Bürger. Die Menschen könnten nicht mehr ihr Eigentum in Form von Bargeld aufbewahren, sondern müssten mit ansehen, wie ihr elektronisches Geld von negativen Zinsen aufgefressen und der Bürger zum gläsernen Steuerbürger gemacht wird, sagte der Sprecher des Mittelstandsforums.

Die Negativzinspolitik muss ein Ende haben, forderte er, denn die Wenigsten können in Immobilien investieren oder wollen sich auf riskante Aktiengeschäfte einlassen. Eine Umfrage im Auftrag der Postbank zeigte: 47 Prozent lassen ihr Geld auf dem zinslosen Girokonto liegen und finden sich damit ab, dass die Inflation einen Teil ihres Vermögens auffrisst.

Entgegen eigenen langjährigen Beteuerungen und trotz der Ablehnung durch 75 Prozent der Bundesbürger plant die Bundesregierung auch noch die Einführung einer Obergrenze für Bargeldzahlungen, rief Felser in Erinnerung und betonte, dass Bargeld „gelebter Datenschutz ist, der nicht aufs Spiel gesetzt werden darf“. Eine freiheitliche Gesellschaft lebe davon, dass der Staat die bürgerlichen Freiheitsrechte schütze und sie nicht für angeblich mehr Sicherheit ohne Nachweis der Verhältnismäßigkeit opfert.


Peter Felser
Stv. Landesvorsitzender Mittelstandsforum e.V. Bayern
Marktplatz 3b

82008 Königsbrunn

Telephon Büro: 0831 69724818

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